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Teisendorfs Wurzeln sind seine Zukunft

Nur wer seine Geschichte kennt, kann in die Zukunft gehen. Ihre Lage an der historischen Salzhandelsstecke zwischen dem bayerischen Traunstein und dem österreichischen Salzburg hat die Marktgemeinde Teisendorf geprägt. Sie hat diese Stärke genutzt und stetig weiterentwickelt.

Das Jahr 1275 war entscheidend

Wegen seiner strategischen Lage im Voralpenland war das Gebiet bereits zur Zeit der Römer besiedelt. Urkundlich erwähnt wird der Ort erstmals im Jahr 790 in einer Schenkungsurkunde der damaligen Bayernherzöge an das Erzstift Salzburg. Von „Dusindorf“ ist hier die Rede. Zunächst gehörte der Ort im Rupertiwinkel – Namensgeber ist der Heilige Rupert von Salzburg – bis 1803 zum Fürsterzbistum Salzburg. Erst 1810 ging er an das Königreich Bayern. 1275 war das entscheidende Jahr für Teisendorf. Der Kern-Ort wurde Zollstätte mit Sitz des Pflegegerichts und erhielt in diesem Zuge später das Marktrecht. Verliehen wurde es Kommunen mit städtischem Gepräge. Die Zollstation ließ Handel und Handwerk aufblühen. Gewerbetreibende siedelten sich im Markt an. Einkaufsort wurde Teisendorf nicht nur für die Durchreisenden, sondern auch für die Landbevölkerung. Diese musste im Umkreis von zwei Meilen handwerklich erzeugte Produkte und Lebensmittel im Ort einkaufen, die Direktvermarktung durch Bauern und Handwerker war nicht erlaubt. Teisendorf wurde zudem durch Pfarrkirche und Pfarrsitz religiöser Mittelpunkt.

Im Jahre 1682 zerstörte ein Großfeuer die nördliche Seite der Marktstraße einschließlich der Kirche zum größten Teil. Zu diesem Zeitpunkt betrug die Einwohnerzahl an die 650 Seelen. Die Bewohner lebten damals überwiegend von Handel, Gastgewerbe und Landwirtschaft. Neben vielen schweren Heimsuchungen wie Pest, Mißernten, Teuerungen und Hungersnöten in den vergangenen Jahrhunderten wurde Teisendorf besonders von den napoleonischen Kriegen sehr schwer getroffen.

Von den Truppen verschont

Am 12. Dezember 1800 rückten die ersten französischen Truppen in den Ort ein. Vor dem Pflegegericht übergab ihnen der Pfleger Franz von Agliardis kampflos den Markt, wodurch eine Zerstörung vermieden werden konnte. An der selben Stelle übergaben am 3. Mai 1945 der damalige Bürgermeister und der Gemeinderat den Markt den einrückenden Amerikanern kampflos. Somit blieb der Ort ein zweites mal von einer Verwüstung verschont.

In Anbetracht dieser historischen Ereignisse wurde an dieser Stelle nach dem zweiten Weltkrieg eine kleine Anlage mit einer Madonnen-Statue geschaffen. Gerade zu diesem Zeitpunkt haben sehr viele Heimatvertriebene und Flüchtlinge in Teisendorf Zuflucht gesucht und, zum großen Teil, hier ihre zweite Heimat gefunden.

Im Jahre 1815 suchte Teisendorf zum zweiten Mal eine schwere Brandkatastrophe heim, wobei wiederum die Pfarrkirche schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt befand sich der Friedhof rund um die Kirche. Er wurde dann östlich davon neu angelegt.

Die Gebietsreform brachte 1971 bzw. 1972 die Eingliederung der umliegenden Landgemeinden Freidling, Roßdorf und Holzhausen. Nach Abschluss der großen Gebietsreform kamen weitere drei Gemeinden zu Teisendorf und zwar Neukirchen am Teisenberg, Oberteisendorf mit Rückstetten und Weildorf. Die neugebildete Großgemeinde zählt derzeit ca. 9.150 Einwohner und ist mit einer Fläche von  86,76 km2 mit Abstand die größte Flächengemeinde des Landkreises Berchtesgadener Land und so groß wie das "Bayerische Meer", der Chiemsee.